60 wrd/min art critic by lori waxman

Wir können weder ändern woher wir stammen, noch können wir unseren genetischen Code umschreiben. Doch wir können mit diesen Hintergründen eine Menge anstellen. Auf eine solche Art und Weise legt Christoph Pfannkuch zwei anscheinend nicht im Zusammenhang stehende Projekte vor, die aber durch ihren optimistischen und kreativen Ansatz bezüglich seiner eigenen geografischen und biologischen Geschichte miteinander verzwillingt sind. „Scholle“ ist die Karte eines kleinen idyllischen Dorfes, das von den Nazis errichtet wurde und in dem Pfannkuch aufwuchs. Genäht ist sie aus Stücken eines alten orientalischen Läufers, den sein Vater heraus riss, nachdem er und Pfannkuchs Mutter sich scheiden ließen. Die Rückseite des Läufers erinnert an Felder, was mit dem Wort „Scholle“ spielt, das zugleich auf Heimat hindeutet, wie auch auf umgegrabenen Ackerboden. „Mem“ ist eine Performance mit ornithologischen Büchern und Videos von Vögeln, die auf den Pfannkuchs Hinterkopf projiziert werden. Alle männlichen Mitglieder seiner Familie haben ihr Haar schon früh verloren und Pfannkuch entschied sich dafür, einen Text über das Mausern zu lesen, um den Prozess seiner eigenen lichter werdenden Haare zu begleiten. Die Mauser ist der Prozess, in dem Vögel ihr Federkleid ablegen, um Platz für neues Wachstum zu schaffen und sie markiert einen Abschnitt im Leben eines Tieres. Das ist keine Unannehmlichkeit, sagte sich Pfannkuch, und müsse daher auch keine für ihn sein. Wie in jedem guten Leben akzeptiert und transformiert er, was geschehen ist und was geschehen kann. Und wie bei jeder guten Kunst tritt das Persönliche letzten Endes in den Hintergrund und wird durch etwas ersetzt, das von anderen sowohl akzeptiert wie auch transformiert werden kann.

We cannot change where we come from, nor can we alter our genetic coding, but we can do a lot with these backgrounds all the same. In this vein, Christoph Pfannkuch presents two seemingly unrelated projects that are twinned in their optimistic, creative approach to his own geographical and biological history. “Scholle” is a map of the small, idyllic Nazi-built village where Pfannkuch grew up, stitched from pieces of an old Oriental rug his father threw out after he and Pfannkuch’s mother divorced. The backside of the carpet indicates fields, in a play on the word “scholle,” which means both homeland and turned soil. “Mem” is a performance involving ornithology books and pictures of birds projected on the back of Pfannkuch’s prematurely balding head. All the men in his family lost their hair early on, and Pfannkuch decided to read a text on molting to accompany his own. Molting, the process in which birds shed their feathers to make way for new growth, marks an animal’s life cycle. It is not a moment of discomfort, nor, decided Pfannkuch, need his be. Like all good lives, he accepts and transforms what has happened and what will happen. And like all good art, the personal ultimately retreats, replaced by something that can be both accepted and transformed by others.

— Lori Waxman 8/15/12 2:13 PM

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